Freitag, 1. Februar 2013

Wo ist mein Flow?


Ich, bekennender Handy-email-facebook-whatsapp-blog-forum-internet-junkie, habe in gefährlichem Selbst-Experiment festgestellt, dass eine 24-stündige Dauer-Erreichbarkeit mit ‚responding-in-the-next-two-minutes-guarantee‘ über Monate und Jahre auch bei robusten Naturen wie mir auf Dauer zu digitaler Demenz, Aggressionen  und Hüttenkoller führt.
Da ich nichts davon auf Dauer haben möchte, werde ich das Experiment an dieser Stelle beenden und den dezenten Entzug einleiten. Als erstes meinen Whatsapp-Ton, den sms-Piep und die facebook-Benachrichtigungen auf dem Handy lautlos stellen. Und alle um mich herum werden künftig damit leben müssen, dass ich es wagen werde, 3-4 Stunden in der Sauna zu bleiben, ohne zwischendurch in Bademantel und nach Minze-Orange-Aufguss duftend zum Spind zu rennen, um zu gucken, ob irgendein notleidendes Neugeborenes grüne Häufchen macht und allein durch meine „ist alles ganz normal“-sms vor dem sicheren Tod gerettet werden kann.
Ich muss in meinem Privatleben wieder den Flow erreichen, der durch komplette Hingabe an eine Sache oder eine Tätigkeit meine Akkus auffüllt !
Ich dürft alle gerne schreiben und ich werde auch genauso gerne antworten, ich muss nur meinen eigenen Anspruch loswerden, dass das in Echtzeit passieren muss. Und wer mich nicht erreicht und den eigenen Zustand oder den des Babys für wirklich WIRKLICH dringend bedenklich hält, der konsultiert den Kinderarzt, den Frauenarzt, die Ambulanz der Kinderklinik, den Notarzt, oder liest noch mal hier http://www.midwife17.blogspot.de/2011/11/keine-notfalle-sind-folgende.html
Mein Körper und vor allem mein Geist verlangen sehnsüchtig nach Momenten der Ruhe und ich muss mir wieder erlauben sie zu genießen!

Mittwoch, 7. November 2012

Katalogophobie (2)


FÜHL DICH ZU HAUSE IN DEINEM ZU HAUSE… ja genau … das klingt gut. Aber mal ganz ehrlich – welche Frau hat nicht schon mal den IKEA-Katalog gewälzt und sich gefragt, warum das eigene zu Hause irgendwie immer nach Bombenattentat aussieht, obwohl man schon bereits im Windfang die Schuhaufbewahrungslösung TJUSIG in zweifacher Ausführung aufgestellt hat. Zum einen müssten die Regalchen bei uns eher MYFFLIG heißen, denn die Skateschuhe von 13 jährigen Jungs haben ein sehr spezielles Aroma, zum anderen liegen  trotz dieser praktischen Dinger, die nicht mal Türen haben, die man öffnen und schliessen müsste, mindestens 5 Schuhe in der Diele verteilt. Auf dem sechsten liegt die Katze und zerkaut genüsslich den Schnürsenkel. Ich frag mich, wie viele Füße mein Sohn hat. Als er auf die Welt kam, waren es zwei, da bin ich mir sicher. Was macht er also mit 6 nahezu identischen Schuhen gleichzeitig? Ich schubse, noch in voller Montur, alle Schuhe in den Windfang und schließe die Tür, um an die Garderobenleiste aus derselben Serie TJUSIG zu kommen. Die hängt voll. Klar. 5 Haken bei 3-4 Personen ist ja auch knapp. Und ich kann nicht mal meine Kinder dafür verantwortlich machen, denn die kämen niemals auf die Idee, ihre Jacken da hin zu hängen. Toms Jacken hängen gewöhnlich gut über den Landkreis verteilt in der Schule, beim Gitarrenlehrer, bei seinem Papa, in der Skatelounge oder liegen in den Kofferräumen verschiedener Autos. Es sind also ausschließlich meine Jacken die sich da stapeln. Okay, da müsste mal geräumt werden. Ich zieh meine Jacke aus und wurschtel sie noch irgendwie dazu. Tasche – voll mit allerlei Kram – erst mal aufs Sofa. Im IKEA-Katalog gibt’s auch Seiten, wo ganze Wohnzimmer zu sehen sind. Wo der Couchtisch LIATORP mit Glasplatte und Schubladen und Zwischenboden abgebildet ist. Wieso liegen bei mir Bonbon-Papierchen, benutzte und unbenutzte Zellstoff-Taschentücher, leere PET-Flaschen, 3 Fernbedienungen, Nagellack, Kabel unbekannter Herkunft und mehrere Kugelschreiber auf dem Tisch und nicht die Aluminium-Klangschale ANGENÄM und auch nicht die Edelstahlschale SKÖR und ebenfalls nicht die Holzschale VINÄGER. Ich hab so was mal gekauft. Soweit ich mich erinnere, befinde sich Holzschale VINÄGER im Schuppen und dient als Überwinterungsunterlage für eine Amaryllis-Knolle von vor drei Jahren. Nun, ich bezweifele, dass da noch irgendwelches Leben drin ist. Ich räume den Tisch halbwegs auf und schau mich um. Stehlampe DUDERÖ aus japanischem Ballonpapier ist eigentlich schön. Finden meine Katzen allerding weniger. Deshalb wird sie nach und nach von 16 Krallen an zwei verschiedenen Katzen zu feinen Streifen verarbeitet. Plaid INDIRA in weinrot liegt zerknuddelt in der Sofaecke. Als ich sie ausschüttele, um sie ordentlich kataloggemäß zusammenzufalten, rieseln Chipsbrösel auf meinen Schiffsdielenboden und verschwinden auf nimmerwiedersehen in den Ritzen. Ich seufze. Ich bräuchte einfach auch noch ein bisschen Stauraum. Im Katalog steht ein simples, nach allen Seiten offenes Holzregal IVAR mitten im Raum. Nicht nur, dass bei mir auch alles zu allen offenen Seiten rausfallen würde, nein. Es steht auch noch dick dabei, dass das Regal an der Wand befestigt werden muss. Wieso müssen die das nicht? Ich schleppe mich frustriert in die Küche, um mir einen Kaffee zu machen. Auch da… es sieht aus, als hätte irgendwer ein dreigängiges Menü gekocht und hätte die Küche dann fluchtartig verlassen. Dunkel erinnere ich mich, dass ich das war. Vorgestern abend. Geburt. Gerade hatte ich meine IKEA – TK –Köttbullar (1. Gang) in die entsprechende Tüten-Rahmsoße (2. Gang) plumpsen lassen und die Öko-Salzkartoffeln (3. Gang) abgegossen, klingelte das Handy. Zweitgebärende – zackigzackig. Köttbullar samt Soße und Kartoffeln herunterschlingen. Keine Zeit mehr zum Spülen. So zackig wars dann aber doch nicht und dauerte bis in den frühen Morgen. Dann schlafen. Nachmittags Nachsorgen. Abends Tanztrainig. Schlafen. Morgens Sprechstunde. Und jetzt Feierabend. Verdammt – wieso fotografiert man nicht mal Katalogbilder bei Frauen wie mir. Dann müssten sich tausende arme Frauen, denen es genauso geht , nicht mit solchen Ansprüchen herumärgern. 
Ich möchte bitte morgen früh aufstehen, eine aufgeräumte Küche und einen gedeckten Frühstückstisch vorfinden. Oder Kaneelbullar und Kaffee auf Tablett BÄRBAR am Bett HEMNES serviert bekommen. Allerdings würde das bei mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit so enden, dass ich mir den Kaffee auf Blümchen-Bett-Bezug ALVINE kippen würde… was in den Katalogen auch nie zu sehen ist.

Samstag, 3. November 2012

Katalogophobie (1)


Das letzte Posting entstand, als ich den Quiéro-Katalog durchblätterte. Hab natürlich sofort damit aufgehört, weil ich ja schnell was über Adventskalender schreiben musste. Irgendwann hab ich ihn dann wieder zur Hand genommen… blöderweise … denn immer öfter stelle ich fest, dass die Illusion der harten Wahrheit weichen wird. Und dabei ist es egal, ob es der IKEA-Katalog ist oder der Deerberg-Versand. Das zalandoo-Prospekt oder der Quiéro. Es war schon damals so. Bei Jako-o und Baby-Walz. 


Der Jako-o Katalog war in den 90ern, als Mine auf die Welt kam, so etwas wie eine Bibel. Die Bilder dort zeigten nicht Produkte, die man kaufen konnte, sondern sie versprachen Lifestyle für ein Leben mit Kind. Wenn Du nun schon kein Yuppie-Leben mehr führen kannst, dann kauf wenigstens eine Matschhose mit Stil. Ich kaufte bei Jako-o. Gern und viel. In den Katalogen saßen die Kinder auf dem dort erhältlichen Riesenspielteppich und spielten friedlich miteinander ein HABA-Gesellschaftsspiel. Sie tranken manierlich aus bunten Bechern und im Hintergrund sah man zwei Elternpaare entspannt auf einem Sofa sitzen, welches nicht Schoko-, Milch- und Karottenflecken aufwies, so wie unseres damals. Lag wahrscheinlich daran, dass ich nicht rechtzeitig den richtigen umbaubaren Trip-Trapp gekauft hatte und auch nicht den orangefarbenen „mit-Ärmeln-Karotten-Latz“.


Meine Kinder und ihre kleinen Besucher spielten übrigens selten bestimmungsgemäß mit den Sachen. Zum Beispiel diese Steckperlen, die man nachher bügeln muss um alle Omas mit sternenförmigen Untersetzern zu beglücken, wurden auch immer mal wieder dazu benutzt, in der HABA-Holz-Küche Eintopf zu kochen. Der Eintopf wurde durchs Zimmer getragen um am Tisch in IKEA-Puppentellern serviert zu werden, Kind fiel über ein herumliegendes rotes Rody-Gummi-Hüpftier und mit ihm hunderte bunter Plastik-Röhrchen-Stückchen quer durchs Zimmer. Super! Um sie einfach aufzusaugen waren sie zu teuer. Um sie einfach aufzuheben waren sie zu klein. Und um sie zu ignorieren waren sie zu groß. Um sie gar nicht erst zu besitzen zu wollen waren sie zu interessant. Und um sie gar nicht erst zu kaufen war ich zu sehr moderne Mama. Das Spielchen endete gewöhnlicherweise damit, dass wir irgendwann versuchten, sie  mit einem Jako-o-Besen auf DIN A 4-Zettel zu schieben. Um sie dann wieder in den Topf der Holzküche … naja … Ihr wisst schon.


Die Regensachen von Jako-o sind echt super. Mir war ja auch klar, dass Kinder bei jedem Wetter an die Luft sollen. Aber ich war ja nun kein Kind mehr. Mir fielen wenig Gründe ein, warum ich bei 6,5 °C und Dauerregen länger als unbedingt nötig mit meinen Kindern durchs Dorf hätte laufen müssen. In  den Katalogen spazierten die Eltern mit Jack-Wolfskin oder The-North-Face-Allwetterjacken relaxed hinter den Kindern her und sahen zu, wie die Bälger gut gelaunt von einer Pfütze in die nächste sprangen. Wenn ich mich und meine Kinder von einem Regenspaziergang überzeugen konnte, dann nur unter Versprechungen von heisser Schokolade, Waffeln und Kirschen und Sahne. Mindestens. Und nur 20 Minuten. Höchstens! Jeder der Kinder hat, weiß was es heißt, eine 7-jährige und einen 2 1/2- jährigen wasserdicht zu verpacken. Der Kleine muss unter Garantie aufs Klo, sobald er in Hemdchen, Höschen, langer Unterhose, Shirt, Stiefelsocken, Matschträgerhose, Gummistiefeln, Regenjacke und Mütze an der Wohnungstür steht. Die Große geht nicht ohne ihren City-Roller aus dem Haus und lässt sich nur unter Androhung von harten Sanktionen davon überzeugen, dass die neue pinkfarbene Strickjacke keine gute Idee bei dieser Wetterlage ist. Der Vater der Kinder steht bereits im Regen und testet ungeduldig wartend die Dichtigkeit seiner neuen Trekkingschuhe. Ich selbst bin bereits patschnass geschwitzt, bis es überhaupt losgeht und ich bin mir nicht sicher, ob Kakao und Waffeln eine ausreichende Belohnung dafür sind, eine ganze Stunde lang, gedopt durch ein simples Werbeprospekt, Jako-o-Familie zu spielen.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Adventskalender...

Ich hab vorhin Katalog angesehen. Quiéro. Wundervolle Adventskalenderideen. Kästchen, Tütchen, Beutelchen. Bestens dafür geeignet, am Abend des 30. November abwechslungsreich und gut gefüllt im Wohnzimmer aufghängt zu werden. Hat in meinem Mutterleben nicht allzuoft funktioniert. Damals mal, ja. Da hab ich ne große Packung Lego gekauft und in 24 Päckchen verteilt, dazu jeweils eine Milka-Weihnachts-Schoko-Kugel und gut. Da hatte ich auch noch Zeit. In den letzten Jahren endete es meist so, dass ich den Kalender aufgehängt habe, obwohl ich noch nicht alle Tüten gefüllt hatte, weil ich es einfach nicht gebacken bekam. Funktionierte also folgendermaßen. Am 1.12. nahm mein Sohn eine Milkakugel und ein Boosterpäckchen Yu-Gi-Oh-Karten heraus, legte die Schokokugel beseite und verschwand, um zu checken ob möglicherweise der langgesuchte wertvolle Siebenarmige Elfenbeindrache in der ultra-rare-Version im Päckchen enthalten sein würde. Falls ja - große Freude! Falls nicht, beleidigtes Gesicht. Danke. Als ob ich was dafür könnte.  Das Spiel wiederholt sich so und ähnlich bis etwa zum 5.12. - am 6. ist immer was größeres Nikolausiges drin - und abends fällt mir mit Schrecken ein, dass für den 7. noch nix im Tütchen steckt. Blöder Mist! Ich suche schnell die verschmähten Milkakugeln der letzten Tage zusammen, stecke sie in die Tütchen 7-12, schaue mich panisch um und schreibe in meiner Not Gutscheine auf gelbe Post-its. Für einen Kinderpunsch auf dem Weihnachtsmarkt, für einmal mit Mama zu Mc Donalds, für Schlittschuhlaufen am Marktplatz und so fort. Mein Sohn ist nicht wirklich glücklich mit den Post-it-Gutscheinen, denn das sind Sachen, die ich ohnehin mit ihm mache... Also fahren wir am 12.12. nach Giessen, trinken Punsch, laufen Schlittschuh, essen Burger und ich geh unauffällig zu Fuhr, unserem Spielwarenladen, um für die restlichen Tage schnell booster-Päckchen zu besorgen. 12 Stück. Am Abend dasselbe Spiel, alle Milka-Kugeln wieder in die Tüten 13-18, Päckchen dazu. Im Nachtgebet die Bitte, dass dieser dämliche Drache doch bitte diesmal dabei sein soll und am 14.12. wirds bitterkalt. Ich heiz den Ofen richtig an. Auch Tom ist dafür, noch ein paar Buchenscheite aufzulegen, so dass es am nächsten Morgen auch noch schön warm sein wird. Morgens finde ich braune klebrige Kleckse unter den Adventskalendertüten. Super. Die Schokokugeln habe mich verlassen. Sich  verflüssigt. Und ich gebe auf... Ich entnehme die schokoverklebten Yu-Gi-Oh-Päckchen den Adventskalendertüten, säubere sie, lege sie zu den restlichen der Tage 19-24 und übereigne sie Tom sobald er aufsteht mit resigniertem, entschuldigendem  Blick. "Mama, wusstest Du eigentlich, dass es von Yu-Gi-Oh fertige Adventskalender gibt? Und dass Schokolade eigentlich gar nicht so gesund ist?" Ja. wußte ich. Aber ich wollte doch den Kalender selber machen. "Und weisste was Mama, in den fertigen Kalendern ist auf jeden Fall eine ultra-rare-Drachen-Karte dabei! Vielleicht sogar der Elfenbeindrache! - Kauf den nächstes Jahr!" Was mach ich mich eigentlich verrückt?? Wem will ich da was beweisen? Welches schlechte Gewissen beruhigen? Ich hatte als Kind einen aus Pappe, mit 24 Türchen, wo hinter jedem ein kleines leckeres Stück Schokolade steckte und ein buntes Bildchen zu sehen war. War mir völlig ausreichend. Und wäre es meinen Kindern sicherlich auch - ich sollte meine eigenen Ansprüche überdenken ;)

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Kühlschrank-Razzia...

So alle 4 Wochen sollte man glaube ich mal den Kühlschrank ausräumen. Auswischen. In zweifelhafte Tupperdosen schauen. Inventur machen. Dabei meditative Musik hören und über sein Leben nachdenken. Fangen wir also mit dem Gemüsefach links an. Ingwer. Der ist noch frisch. Seit ich vor 10 Jahren begonnen habe zu versuchen, die simplen Dinge der Traditionellen Chinesischen Medizin in mein Leben zu integrieren, ist eigentlich immer welcher im Haus. Gegen Husten. Und Erkältung.
Zwei halbe Netze Kartoffeln... typisch... wieso neue Kartoffeln wenn noch welche da sind? So bin ich leider manchmal. Eine halbtote Aubergine ... wegwerfen? Oder warten bis sie ganz tot ist. Wegwerfen, ich bin heute in Entrümplungslaune. Eine Stange Lauch ... passt leider gar nicht in das Fach rein, und führte dazu, dass der Kühlschrank nicht mehr zu schliessen war, woraus die Notwendigkeit entstand, mal aufzuräumen. Schnell mit der Schere den Porree gekürzt, das Dunkelgrüne will eh keiner, was nicht passt wird passend gemacht - so wie ich eben bin. Ne Tüte Feldsalat. Du siehst noch gut aus, du wirst mein Mittagessen! Und 1/3 Salatgurke... och - nee - die hat fertig. Weg damit.
In der anderen Gemüseschale finden sich Joghurts verschiedenen Alters. Manche haben schon eine große Reise nach Wacken und zurück hinter sich. Ehm... Wacken war Anfang August. Egal. Manche haben 0,1 % Fett - wer soll das denn essen? Die habe ich wohl in einem meiner Diät-Anfälle gekauft. Na, mal stehen lassen, vielleicht kommt so ein Anfall bald wieder. Ein Schokodrink mit Strohhalm - für schlechte Zeiten brauchbar.
Ein Fach höher finde ich Eier. 10er Pack Freilandhaltung. Die sind ok. 10er Pack Zwerghuhneier. Tischtennisballklein. Süß. Aus dem Fundus des Vaters  meiner Kinder, der wohl ein paar zuviel bestellt hatte bevor er den halben September irgendwo in Europa verbracht hat. und noch ein Ei einzeln unbekannter Herkunft. Okay, die sind ja luftdicht verpackt von Haus aus und lagen kühl und dunkel. Behalten. Dreieckskäse. 2 Stück. Sahne und Sahne. Die will wohl niemand. Ein zerquetschtes Portionspäckchen Kiri. Weg damit. 3 Scheiben Gouda mit Chili und 5 Scheiben Putenbrust, raffiniert gegrillt. Wunderbar - Ihr passt zum Mittagessen. 1/2 Dose Schmand vom Vortag, excellent! Du wirst das Dressing.

Das war einfach. Jetzt kommen luftdicht und auslaufsicher verpackte Geheimnisse in Tupperdosen. Ich hab Angst. Mh... ein Rest selbstgemachter Thermomix Kochkäse. Zustand: undefinierbar. Weg. Gekochte Nudeln. etwa 9 Penne. Wer läßt die denn in der Dose? TOOOM?!!!! Weg. Und zu guter letzt ein Stückchen Pizza ... etwa 3x5 cm groß. Man kanns auch übertreiben mit dem Aufbewahren! ... Weg.
1 Dose mit drei Scheiben essbarem Vollkornbrot. immerhin.

Marmeladen-Check: Rote Früchte  o.B., Erdbeere ohne Körnchen oB, Johannisbeere von Oma o.B. dürfen bleiben. Die sind ja gut zu handlen, bei dem vielen Zucker passiert nix.
Eine Tüte mit zwei Aufback-Steinsemmeln... eher auch micht mehr.
Grillsoßen: chilli - hot - Curry - Tomate-Basilikum - und Original Heinz Ketchup. Gut - Schaschlik machen oder grillen,
Senf: Dijonsenf. Grüner-Pfeffer-Senf. Curry-Senf. Grill-Senf. Mhm. Das schreit nach gefüllten Senf-Eiern.
Zwei Dosen Kaergarden und zwei Päckchen Butter... an Fett mangelts ja nicht - wie bei mir auch...
3 Dosen Meerettich-Frischkäse. 3. WOZU??? Bin ich nicht scharf genug?

1/2 Flasche mittelalterlichen Gewürzwein und 1/2 Flasche alkoholfreien GLÖGG von IKEA. Mittelalter und Schweden --wie sich doch das eigene Leben im Kühlschrank wiederspiegelt... ich bin verblüfft.
Dazu viel Milch für meine Milchkaffees, zwei nicht mehr ganz taufrische Hefewürfel - als Symbol, dass ich so viel mehr will als frau überhaupt am Tag schaffen kann.

Jetzt sieht das super aus da drin. Ich bin begeistert. Wenn man doch das eigene Leben so schnell aufräumen könnte. Aber die Einkaufsliste macht sich jetzt viel einfacher und bis Freitag WIRD NICHTS EINGEKAUFT - wie im Blog versprochen! Dann gibt es eben Vollkornbrot mit Senfeiern und Meerettich ;) und zur Not gibt es ja noch die La Grotta, meinen Dorf-Italiener ...



Sonntag, 21. Oktober 2012

Urlaub...

... wäre ein zu großes Wort für das was ich mir in dieser Woche verordnet habe. Zwei freie Tage. Vielleicht drei. Frei - naja - auch großes Wort. In die Praxis muss ich wohl. Bürokram. Und Bereitschaft hab ich auch. Aber ich muss kurz ein slowdown einschieben. Und vielleicht flüchte ich. Mache den Bürokram mal ganz woanders. Und muss endlich ENDLICH mehr "sicheres" frei haben.

Allerdings habe ich wie im letzten Post angekündigt ein bisschen was rausgefunden, was mir fehlt und was ich zu ändern gedenke. Mir fehlt "draussen sein". Mir fehlt weibliche flauschige Garderobe. Mir fehlt jemand, der sich um meinen Business-Kram kümmert. Und glücklicherweise habe ich am Montag bereits ein Gespräch mit jemandem, der das evtl tun wird. Das mit der Garderobe geht natürlich nicht von heut auf morgen, aber promod und deerberg-Versand und Quiero-Katalog haben genug :) und das mit dem Rausgehen hat schon zumindest einmal geklappt- eine halbe Stunde auf dem Schiffenberg auf der Wiese sitzen und einen flauschigen Schal häkeln... und früher ins Bett gehen ... und mal was anderes als nur Kaffee trinken!

Montag, 24. September 2012

Herbstfühlig...

... ist ein Wort, welches ich bei Wikipedia nicht gefunden habe! 
Was nichts macht, denn ich weiss genau wie es sich anfühlt. Anfang bis Mitte September geht es los. Die morgendliche Kühle in meinem Hexenhaus läßt den nahenden Herbst ahnen. Von Sonne durchfluteter Frühnebel auf dem Weg zu meiner Praxis. Tropfenbehangenes Spinngewebsel am Autospiegel. Und ich fühle mich unendlich verletzlich und durchlässig und wehmutsschwanger. Ich könnte den ganzen Tag irgendwo in der Sonne sitzen und schreiben, ein - zwei - drei Milchkaffee, und die Stimmung des Frühherbsts in mich einsaugen, die letzten Reste des Sommers festhalten. Ich versinke in Erinnerungen an einschneidende Erlebnisse und Gefühle, die interessanterweise oft im Herbst geschahen. Erste eigene Wohnung 1991. Meine erste Schwangerschaft. Hochzeitsvorbereitungen 1993. Erstes Mal wieder verliebt nach der Trennung 2005. Plötzlicher Unfalltod meines besten Freundes 2008. - und nun ist 2012. Es geht immer irgendwie weiter. Nicht  nur irgendwie. Ganz gut eigentlich. Aktuell fühle ich mich wie in dem Moment, wo sich das Wasser vor dem Tsunami kurz zurück zieht, trügerische Ruhe und Stille, um danach loszutoben. Aber ich weiss ja, dass die Welle kommt. Ich habe genügend Zeit, mir einen Berg zu suchen, auf dem ich sicher bin - denn ganz bald geht es los mit einer großen neuen Praxis. Eine, die ich herbeisehne aber auch fürchte - wie meine Patientinnen die Geburt.
Und ich weiß, einmal in Gang gekommen läßt sich das nicht mehr stoppen. Dann muss ich die perfekte Welle erwischen und mich mitreißen lassen von ihrem Schwung. 
Doch so weit ist es nicht. Davor liegen noch einige Blogeinträge, in denen ich mir Gedanken mache, über das was dieser Herbst von mir möchte. Denn eigentlich bin ich ganz anders - wie bloß? Ich hab da so ne Ahnung, aber das läßt sich ja meist nicht erdenken, das muss man spüren und zulassen und ich werd Euch auf dem Laufenden halten. Gleich heute nachmittag... es brodelt in mir und ich bekomme ohnehin nix gebacken bevor das raus ist.
Bis später!